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Sonderziehungsrechte und verlorene Koffer

Vermutlich kommen Passagiere im Laufe ihres Lebens genau dann und nur dann mit dem Begriff „Sonderziehungsrecht“ in Berührung, wenn ihnen Gepäckstücke abhandengekommen sind. Außerhalb des zwischenstaatlichen Devisenverkehrs der Nationalbanken ist der Schadenersatz wegen verlorenen Reisegepäcks vermutlich der Hauptanwendungsbereich der Sonderziehungsrechte. Mit den weiteren Anwendungsgebieten der Sonderziehungsrechte kommt man vermutlich nie in Kontakt, es sei denn man arbeitet im Speditionsgewerbe oder wickelt den internationalen Postverkehr.

Das Sonderziehungsrecht ist eine Recheneinheit des internationalen Währungsfonds (IWF / IMF International Monetary Fund). Es enthält feste Beträge der vier wichtigsten Weltwährungen US-Dollar, Euro, Yen und britisches Pfund und wird täglich neu festgesetzt.

Gelegentlich findet sich für das Sonderziehungsrecht auch der Begriff „Weltwährung“, was insoweit irreführend sein dürfte, als es für Sonderziehungsrecht keine Banknoten gibt. Auch können Sie nirgendwo ein Konto Sonderziehungsrecht durchführen lassen, jedenfalls sofern Sie kein Staat sind.

Für die Praxis ist vor allem relevant, dass …

  1. der Wechselkurs für ein Sonderziehungsrecht täglich neu festgelegt wird und
  2. das Sonderziehungsrecht nach einem sogenannten Währungskorb der wichtigsten fünf Währungen zusammengesetzt ist. Aktuell sind dies der US-Dollar, der Euro, der Yen, das britische Pfund und die chinesische Währung Reminbi.

Nach dem Montrealer Übereinkommen ist der Schadensersatz des Luftfrachtunternehmers bei Gepäckverlust auf 1.131 Sonderziehungsrechte begrenzt. Als Faustregel gilt, dass ein Sonderziehungsrecht zwischen 1,10 € und 1,25 € wert ist. Den tagesaktuellen Kurs kann man auf der Internetseite des Internationalen Währungsfonds nachlesen.

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